Pressestimmen
«Ein junger Virtuose: Vadim Chaimovich in der Zehntscheuer» (21.11.2011)

...Er begann mit der hübschen C-Dur Sonate von Baldassare Galuppi... Überraschend gut vertrug sich diese Ouvertüre mit sieben der 24 Preludes aus dem Opus 34 von Schostakowitsch. Im ersten, auch in C-Dur, imponierten das stoisch vorgetragene Ostinato der Mittelstimme und die agogischen Finessen, mit denen Chaimovich die harmonischen und melodischen Pointen vorbereitete. Das a-moll Allegretto nahm er hinreichend rasch, das G-Dur Andante wurde zu einem ersten Höhepunkt des Konzerts. Schon hier zeigte Chaimovich, dass er nicht nur zu den technisch versiertesten Pianisten seiner Generation gehört, sondern auch zu den musikalisch intelligentesten. Heftig betonte er die schmerzlichen Sekund-Reibungen, grell klang das Tremolo im Diskant beim Fanfarenmotiv...
Präzis und leidenschaftlich gleichermaßen interpretierte der junge Virtuose Liszts "Vallée d'Obermann" aus den "Pèlerinages", scheute keine dynamischen Extreme bei der "Loreley" und glättete nie in der ersten "Valse Oubliée". Die flirrenden Triller- und Tremolofigurationen des ersten "Mephistowalzers" schließlich dürften so perfekt live selten zu hören sein...



«Romantik mit Tiefenschärfe» (15.11.2011)

...Auch wer die donnernde Opulenz des Lisztschen Stils nicht als Krönung der Klavierliteratur betrachtet, konnte sich vorbehaltlos freuen an Chaimovichs Interpretation. Denn Chaimovich "malte" die Töne so liebevoll, stets auf Ganzheit bedacht und mit kristallklarer Tiefenschärfe, dass kein Laut verloren ging im feinen Gespinst der Kompositionen, mochten sie noch so verwoben und technisch vertrackt sein... Dabei wirkte nichts exaltiert, sondern authentisch nachempfunden. Die eigenwilligen, überraschend aufblitzenden kleinen Verzierungen, die kühn im Raum stehen bleibenden Schlusspunkte bildeten keine nachträglich aufgesetzten Fremdkörper. Sie führten nur stimmig das in der Komposition Angelegte fort...

Chaimovich ließ die reißende Flut von Emotionen dahinsprudeln, ein Feuerwerk expressionistischer Farben explodieren. Und doch freute man sich umso mehr über die Zugabe: Scarlattis E-Dur-Sonate, die wie ein Kirchenfenster bei Sonnenlicht funkelte. Wer die Version von Vladimir Horowitz bei seinem denkwürdigen Konzert in Moskau kennt, versteht den unbekannten Kommentator auf Youtube, der heute den 33-jährigen auf die gleiche Stufe stellt wie den verstorbenen Meister.

Von Melanie Pollinger



«Chaimovich glänzt mit gestalterischem Können» (5.11.2011)

...Der juge Mann beeindruckt mit technischer Brillanz und explizit gestalterischem Können... Die scharfen dynamischen Gegensätze arbeitet Chaimovich lustvoll heraus... Er spielt mit überlegener Souveränität. Der Pianist verfügt über ein Gestaltungspotenzial, als wolle er die Welt umarmen. Er zaubert energischen Schwung, stolzes Pathos, innige lyrische Intimität und übermütige Laune bis zu hochdramatischen Ausbrüchen mit erstaunlicher Technik.

Von Günter Vogel



«Höllenritt am Klavier» (17.10.2011)

„Als säße Liszt am Klavier“, schwärmte ein überregionaler Reporter emphatisch von der Virtuosität dieses jungen Litauers Vadim Chaimovich.
Man kann fortsetzen: „Als säße Galuppi am Klavier“ – bei Baldassare Galuppis Sonata Nr. 5 in C-Dur: dreisätzig, scheinbar simpel strukturiert und doch so wunderbar klar und rein, wenn man es so gespielt hört wie von diesem jungen Pianisten aus Litauen.
„Als säße Mozart am Klavier“ - bei der Sonate Nr. 3 in B-Dur, ungewöhnlich lyrisch und bedachtsam für Mozart, dem man ja leichthin nachsagt, er sei so leicht – doch nein, er will leicht genommen werden, und der junge Pianist versteht sich darauf in leichtfüßiger Perfektion.
„Als säße Chopin am Klavier“ schließlich – doch es ist mehr bei der Chopin-typischen Melancholie und Schwermütigkeit: Die Klänge der Mazurkas in f- und cis-Moll scheinen im Augenblick des Anschlags erst unter den tastend suchenden (und findenden) Fingern des jungen Pianisten zu entstehen, es ist, als säße Fréderic Chopin nicht nur selbst hier am Klavier, sondern als spielte und komponierte er hier und jetzt während des Spiels vor dem hingerissenen Stiftskonzertpublikums erst seine zwei Mazurkas, von denen er über 50 insgesamt geschrieben hat.

Die Töne fließen Vadim Chaimovich aus den Fingern. Der Begriff Ausnahmemusiker ist für ihn nicht überstrapaziert... Hauchzart streichelnd... kraftvoll Ton angebend... dann wiederum perlend und so atemberaubend schnell, als flitzten statt zehn zwanzig Finger über die Tasten und als suchten sich die Töne gegenseitig einzuholen, sich zu überholen, sich zu überschlagen. Schier famos.
Seine wahrhafte Virtuosität als „Hexenmeister“ am Klavier bewies Chaimovich beim finalen Mephisto-Walzer von Franz Liszt... Den Schlussakkord schlägt Chaimovich so wuchtig und energisch endgültig in die Tasten, wie der Teufel eben ins Höllenfeuer hinabfahren mag. Höllisch gut!

Von Silvia Rinke



«Ein wahrer Virtuose» (5.9.2011)

Lüdinghausen - Eine glänzende Abschlussveranstaltung des 16. Lüdinghauser Sommerfestivals... war der Klavierabend „Franz Liszt & more“ mit dem Ausnahmepianisten Vadim Chaimovich.

Das Konzert begann denn auch mit einer Sonate von Baldassare Galuppi... Seine Sonate Nr. 5 C-Dur, in italienischer Tradition einer charmanten, einfachen und schönen Melodie verpflichteten Musik... Hier zeigte Vadim Chaimovich beim Andante viel Zartheit, eben jenes umsichtige Anschlaggefühl, das ihn schon vor drei Jahren auszeichnete.
Als nächster Komponist stand W. A. Mozart mit der Klaviersonate B-Dur, KV. 281... Auch hier erlebten die begeisterten Zuhörer Chaimovichs mitreißendes Können an der Klaviatur gepaart mit einer wohldosierten Pedalierung...

Danach gab es mit Frédéric Chopins Mazurken „leichtere“ Kost und auch einen zweiten Höhepunkt: Die „Nocturne Es-Dur“, op. 9. Nr. 2. Die folgenden Liszt-Stücke „Die Loreley“, „Valse oubliée“ und „Mephisto-Walzer“ hatte Chaimovich anlässlich des Liszt-Jahres 2011 zum Mittelpunkt seines Vortrages gemacht und so einige der schönsten, aber auch schwierigsten („Vallée d´Obermann“) Klavierwerke Liszts auf sein Programm gesetzt.

Ein fantastischer Abend mit einem meisterhaften Solokünstler und einem begeisterten Publikum, das mit stehenden Ovationen drei Zugaben forderte.

Von Werner Zempelin

 
«Litauischer Pianist hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck» (17.5.2011)

Mit einem furiosen Finale hat die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie unter der Leitung ihres Chefdirigenten Generalmusikdirektor Christian Simonis am vergangenen Freitagabend ihre Anrechtsreihe "Klassik" der laufenden Spielzeit im voll besetzten Dr.-Tolberg-Saal beendet. Und "Créateur" Simonis wäre nicht er selbst, hätte er nicht an diesem letzten Klassik-Abend für sein Publikum noch ein "Ass aus dem Ärmel" gezogen: das Konzert für Klavier und Orchester g-Moll op. 33 von Antonin Dvorák. Da es nicht zu den "Top Ten" bei den Pianisten zählt, weil es ihnen anscheinend zu wenig Möglichkeiten zum virtuosen Glänzen bietet, ist es auch beim Publikum weniger bekannt. Das erlebte staunend mit, wie unvoreingenommen der junge litauische Pianist Vadim Chaimovich mit Dvoráks Komposition umging. Er schöpfte aus der wunderbaren folkloristischen Musik so viel Gestaltungspotenzial, als wollte er die Welt umarmen. Einfach erstaunlich, was er aus dem angeblich undankbaren Klavierpart zauberte: beinahe energischen Schwung und stolzes Pathos im ersten, unendlich innige lyrische Intimität im zweiten Satz und übermütige Laune im Schlusssatz. Mit gleichmäßiger Präsenz gestaltete er die vielen perlenden Läufe zu einem wahren Kunstwerk... Im zweiten Satz erlangte der Dialog zwischen dem Solisten und den Kammerphilharmonikern Ruhe und Ausgewogenheit genug, um die Herrlichkeit von Dvoráks Melodien strahlen zu lassen. Schön, wie Simonis hier sein ganzes Orchester beseelt singen ließ und Vadim Chaimovich reichlich Zeit für seine hoch musikalischen Emotionen blieb. Überwältigt von rauschenden Beifallsbekundungen hinterließ der junge Pianist auch mit seinen beiden Zugaben von Frederic Chopin und Joseph Haydn einen nachhaltigen Eindruck.

Von Renate Bojanowski



  «Ein Meister der Klarheit» (15.4.2011)
NEUENBÜRG. Welch’ ein Auftakt: Die Reihe „Musik aus Dresden“ hätte sich zur Saisoneröffnung im Schloss Neuenbürg niemand Besseren wählen können als den Pianisten Vadim Chaimovich. Der Litauer ist ein Tastenvirtuose der ganz subtilen Art und versteht es, mit schlichter Klarheit und beinahe regungsloser Körpersprache einen ungeheuer suggestiven Zauber auszulösen. Chaimovich beherrscht die leisen Töne wie kein anderer, hat eine Vorliebe für klare Zäsuren und transparente Kontraste. Großes Tamtam ist nicht sein Stil...

«Vadim Chaimovich, der Maler am Flügel» (9.3.2011)

...So war es nur angemessen, dass der großartige Pianist Vadim Chaimovich zum wiederholten Male als erster die Jubiläums-Konzertreihe eröffnete.
Vadim zeigte sich wieder als wahrer "Hochgenuss" für den Musikliebhaber. Mühelos, voller Fröhlichkeit zauberte er die Sonaten, Mazurken oder Präludien aus dem Flügel. Schwierigste Passagen präsentierte er mit beeindruckender Leichtigkeit. Der Pianist modelliert seine musik und verleiht ihr individuelle Farbigkeit. Vadim Chaimovichs Klavierkunst beeindrukte durch einen großen Facettenreichtum. Seine Musik wirkte phasenweise wie gemalt... Nach drei Zugaben entschwand ein sensibler wie auch virtuoser Pianist und hinterließ ein verzaubertes Publikum...



  «Ein Konzert voller lyrischer Leichtigkeit» (2.2.2011)
...Vom ersten Ton an zog Chaimovich seine Zuhörer in den Bann und hatte immer wieder noch eine neue Überraschung parat... Selbst wer noch nie von Baldassare Galuppi, geschweige denn von der fünften Sonate des venezianischen Komponisten gehört hatte, verfiel sofort dem frischen, gläsernen Spiel...
Sein Anschlag perlte, und seine Interpretationen strotzten vor Transparenz und Farbigkeit. Statt zuckersüßer Schwülstigkeit lauschte das Publikum lyrischer Leichtigkeit und geheimnisvollen Gesängen auf dem Piano... Mit seinen rauschenden, rührenden, aufbrausenden und aufrüttelnden Passagen brachte Vadim Chaimovich seine Zuhörer immer wieder zum genauen Hinhören und plötzlichen Aufhorchen und zeigte seine vielfältigen dynamischen wie dramatischen Möglichkeiten zum krönenden Schluss in einem packenden Liszt'schen Mephisto-Walzer. Stehende Ovationen und zwei Zugaben folgten.

«Ein Pianist betört sein Publikum» (24.2.2011)

...Hochklassig spielte [Vadim Chaimovich] die "üblichen Verdächtigen" wie Mozart, Chopin und Liszt. Doch auch bei Werken von hierzulande weniger bekannten Komponisten wie Galuppi oder Medtner schmolzten die Zuhörer dahin... Was als Konstante blieb, ist die virtuose Variabilität und musikalische Ausdruckskraft... Kein Wunder, dass nach dieser Musik die Worte fehlten.



  «Eine betörende Zwiesprache mit der Musik» (8.3.2011)
...Was kein gedrucktes Wort, kein Vortrag und keine Lesung so eindringlich vermittlen könne als die Musik, ließ dieses Konzert zu einem berührenden Erlebnis werden... Mit der Klaviersonate B-Dur KV. 281 von Wolfgang Amadeus Mozart pflegte der Pianist Klartext und nahm ganz direkt sein Publikum fein temperiert mit dem Allegro gefangen. Melancholisch bis nachdenklich beruhigte das Andante amoroso die Gemüter. Doch fantasievoll riss das Rondeau allegro die Besucher aus ihren Träumereien... Das Konzertpublikum applaudierte Standing ovations und bekam zwei Zugaben.

«Chaimovich interpretiert Bach/Busonis Chaconne im Augustinum» (31.12.2010)

Johann Sebastian Bachs Chaconne aus der Partita für Violine in d-moll: Ist es nicht vermessen, diesen Brocken noch einmal zu bearbeiten? Ferruccio Busoni wäre gewiss nicht auf die Idee verfallen, Bach aufwerten zu wollen.

Bearbeitungen - und Busoni hat zahlreiche Werke von Bach bearbeitet - waren für ihn keine klanglichen Aufhübschungen, sondern Neuschöpfungen. Denn auch Bach hatte mit seiner Chaconne, aus Sicht Busonis, bereits eine Art Uridee bearbeitet. Und diese Idee transportierte nun Busoni in seine eigene Gegenwart.

Wie immer man zu dieser Theorie stehen mag - was Busoni hinterließ, ist ein pianistischer, aber auch musikalischer Kraftakt sondergleichen, der aber weniger als virtuoses Schlachtross wirkt wie als gewaltige Meditation. In dem litauischen Pianisten Vadim Chaimovich fand das Stück einen eindrucksvollen, ernst und gefasst spielenden Interpreten.

Dank blendender Technik konnte er sich... ganz auf den Gehalt des Riesenwerkes konzentrieren, der sich in mehreren Steigerungswellen entfaltet. Chaimovich ließ sich nicht zu bloß äußerlicher Kraftmeierei verführen. Vielmehr entwickelten die Kulminationen in Gestalt von gewaltigen Präludien oder machtvollen Quasi-Chorälen eine Art meditative Dringlichkeit, die an die grenzensprengenden Klavierwerke Messiaens denken ließ.

Denkbar größter Gegensatz hierzu bildete die kleine Sonate von Baldassare Galuppi, mit der Chaimovich den Abend eröffnet hatte. Wunderbar empfindsam, gleichsam mit einer Schumannschen "Der Dichter spricht"-Haltung, geriet das Andante, und ein kleines Meisterstück war das finale Vivace, dem Chaimovich die nötige Grazie und Feinsinnigkeit verlieh, ohne dass die Musik zur lediglich polierten Oberfläche verkam...
Kein Zweifel trotzdem, dass der in Frankfurt lebende Künstler ein eminent musikalisch denkender Pianist ist. Was sich dann in Beethovens (selten gespielten) Variationen über "La stessa, la stessissima" aus Salieris Oper "Falstaff" aufs Eindrucksvollste bewahrheitete.

Von Mathias Nofze



  «Lichte Transparenz» (19.10.2010)
        Seine Musik perlt und flutet und ist zugleich von lichter, duftiger Transparenz. Er beherrscht einen ungemein zarten Anschlag, der den verwehten Klavierstücken von Schubert und Chopin eine träumerisch-poetische Note gibt. Der litauische Pianist Vadim Chaimovich löste mit seiner Interpretation klassischer und romantischer Klavierwerke... große Begeisterung aus.

        Eine wenig bekannte Klaviersonate des Venezianers Baldassare Galuppi machte den Auftakt des Abends. Schon hier brillierte Chaimovich mit einem sensibel ausbalancierten Spiel, gab dem fröhlichen Allegro und dem beschwingten Vivace durch seine lyrische Interpretation eine wunderbare Klarheit und Leichtigkeit.
        Mozarts Klaviersonate in B-Dur ist ganz dem Vorbild Haydns verhaftet. Die filigrane Feinheit der Komposition kontrastiert stark zu ihrem logisch klaren Aufbau. Das Hauptthema mit seinen Trillern, verschnörkelten Triolen und Akkordschlägen erinnerte an eine Festmusik. Chaimovich gelang ein hellsichtig klares, fein ausdifferenziertes Spiel ganz ohne virtuose Allüren. Der smarte Pianist brachte den lyrisch-kantablen Charakter des andante amoroso ebenso nuanciert zum Ausdruck wie das Finale mit dem witzig-heiteren Rondo. Eine reichlich schwerblütige, melodramatische Sonate von Nikolai Medtner, in der Chaimovich mit Genuss die kraftvollen Akkorde auskostete, entließ die Hörer in die Pause.
        Weich, sanft und voller Poesie, zugleich hell und klar erstrahlte das zauberhafte Impromptu Nr. 3 in B-Dur von Schubert. Der litauische Pianist schien mit der Musik auf geheimnisvolle Weise zu verschmelzen, sodass das Publikum nur noch träumerisch entrückt lauschen konnte. In Chopins Mazurken Opus 63 mit ihrer tondichterischen Kraft und ihrem musikalisch-thematischen Erfindungsreichtum vollführte Chaimovich auf seinem Instrument einen anrührenden elegischen Gesang. Durchgeistigt und kraftvoll als Kontrast zu Chopin erklang schließlich die Chaconne aus der Partita d-Moll von Bach in einer Bearbeitung von Busoni, in der der Pianist aufs Neue spielerische Hingabe mit musikalischer Perfektion verband. Poetische, behutsam dahingetupfte Stücke von Chopin und Schumann als Zugaben bildeten den stark umjubelten Abschluss des Abends.  

«Romantisches Gefühl ohne pappige Klangsoße» (4.10.2010)

        Meisterhafter Pianist verzaubert Publikum - Unkonventionelles Programm hervorragend interpretiert

        Damit ein Klavierabend zu einem Erlebnis wird, müssen nicht die großen Werke der Klavierliteratur auf dem Programm stehen. Es müssen nicht die großen Gesten und Augenaufschläge oder gar das unkontrollierte Mitsingen des Virtuosen sein. Es genügt ein freundlicher, bescheiden auftretender junger Mann, der mit seinem Können, klaren Phrasierungen und eindeutigem Spiel überzeugt wie Vadim Chaimovich.
        Chaimovichs Programm war unkonventionell und vielseitig. Wer kennt schon Baldassare Galuppi, diesen venezianischen Komponisten der Frühklassik, dessen reizvolle 5. Sonate den Auftakt bildete? Chaimovich nimmt die Sonate, deren erster Satz einfachen Spieluhrencharakter hat, ernst. Sein gläsernes Non-Legato-Spiel legt die Architektur der Sonate frei. Die akkurate Ausführung der Verzierungen, die sich schon im Beginn andeutete, wird im Vivace tragend, gibt ihm Tempo und Frische. Auch Schuberts B-Dur-Impromptu beginnt harmlos.
        • Feine Anschlagskultur •
        Vadim Chaimovich bringt dieses einfache Thema mit seiner feinen Anschlagskultur zum Singen. In den Variationen bevorzugt er gemäßigte Tempi; es geht im nicht um virtuose Geläufigkeit, sondern um Stimmung, und so werden die Mollvariationen zu einem fein gezeichneten Seelengemälde Schuberts. Mit zwei schönen Mazurken von Chopin geht dann diese Reise in die Innenwelt weiter. Der Pianist bleibt seiner klaren Spielweise treu, die er mit dem vorsichtigen Pedalgebrauch unterstreicht: Er schafft es, romantisches Gefühl ohne pappige Klangsoße zu servieren. Dass Beethoven nicht nur pathetischer Klangtitan war, sondern Lust und Freude an Veränderung und Verfremdung hatte, zeigt sich in seinen selten gespielten Variationen B-Dur über ein Thema von Salieri. Vadim Chaimovich legte die Ecken und Kanten dieser Variationen frei, setzte die Akzente herb und mitunter beinahe brutal, forcierte die Tempi und machte deutlich, dass virtuoses Spiel nicht Selbstzweck ist, sondern dem Werk dient.
        • Poesie eingefangen •
        Mit den "Kinderszenen" von Robert Schumann hatte sich der Pianist insofern ein schwieriges Werk ins Programm genommen, als man hier nicht mit stupender Technik glänzen kann, der pianistische Mehrwert muss sich aus anderen Quellen speisen. Es gelang ihm, die Poesie dieser angeblichen Kinderstücke einzufangen, die so naiv tun und doch so raffiniert komponiert sind... Jeder Klavierschüler "kann" diese Stücke auch spielen - aber eben nicht auf diese Weise.
        Mit Busonis Bearbeitung der Chaccone aus Bachs Partita d-Moll für Solovioline ging es zum Schluss - und zur Sache... Diese Chaccone wurde zum Klang-Erlebnis, mit dem der Pianist nicht an seine Grenzen, aber an die des Flügels kam.
        Nachdem die letzten Klangkaskaden verhallt waren, musste man zuerst mal tief durchatmen, das Werk nachklingen lassen, ehe sich der Beifall Bahn brach. Der Künstler erreichte die Herzen der Zuhörer, weil er nicht nur ein hervorragender Pianist ist, sondern mit dem Herzen spielt.

Werner Ziegler

 

Pressestimmen zu den Konzerten in Fraureuth am 16. und in Schneeberg am 17. März 2010
Schneeberg. Denkbar imposant und mit dem tiefen Ernst des gültig Vollendeten ging am Sonntag das 4. Konzert des Musikfestivals „Erzgebirgischer Konzert-winter“ zu Ende. Bravos und zwei Zugaben sorgten für Stimmung. Der Pianist Vadim Chaimovich hatte als letztes Stück Johann Sebastian Bachs „Chaconne“ gespielt, in der kraftstrotzenden Bearbeitung von Ferruccio Busoni (1866-1924), einem anderen Großen der Musik. Der wahrhaft gewaltige Bau dieser Komposition erhob sich unter den Händen des litauischen Klavier-Virtuosen gleichsam zu einer klingenden Kathedrale... Das bekannteste Werk seines Programms [waren] Schumanns „Kinderszenen“ op. 15. Wie ein Friedenslied zog das erste Stück „Von fremden Ländern und Menschen“ vorüber, Beim „Hasche-Mann“ sparte der Pianist noch Spannung auf für das bald folgende derbere Geschehen. Die beliebte „Träumerei“ sinkt leicht in die Region des Kitsches. Dieser Verdacht kommt gar nicht erst auf, wenn man dem Träumen reichlich Zeit lässt und so etwas wie unwirkliches Flüstern erzeugt. Aber darunter kann wiederum der süße melodische Zusammenhang leiden. Chaimovich gab dem Stück, was alle erwarten, und so war es auch sehr gut. Der „Ritter vom Steckenpferd“ geriet herrlich in Ekstase. Das letzte, eigentlich unscheinbare Stück „Der Dichter spricht“ wurde bei Chaimovich zum ergreifenden, stockenden Schlusswort eines Erzählers... Besser kann es nicht kommen.

Fraureuth. Die Eröffnung der Konzertreihe unter dem Motto „Klassik fürs Dorf“ am Wochenende in der Alten Turnhalle in Fraureuth wird allen, die an diesem Abend einen Platz in der Halle erobern konnten, in besonderer Erinnerung bleiben... Nach drei wunderschönen Mazurkas op. 63 von Frédéric Chopin erklang vor der Pause Chopins sehr anspruchsvolle und von namhaften Pianisten oft gespielte Ballade op.52 f-Moll. Spätestens hier wuchs Vadim Chaimovich interpretatorisch über sich hinaus. Wie intensiv sich der Pianist in dieses Werk hineinarbeitete, um damit eine Verschmelzung mit Selbigem so stark zu vollziehen, dass man bei geschlossenen Augen eine „Wiederauferstehung“ des genialen Komponisten buchstäblich erahnen konnte, wurde mit tosendem Applaus honoriert.

«Vadim lässt Villa vibrieren» (17.2.2010)
...Sein Spiel steigerte sich vom sensiblen lyrischen Vortrag bis zum furiosen Feuerwerk... Mit großer Natürlichkeit, äußerster Präzision und ihm eigenen sehr ausgeprägten, pointierten Interpretation... schnörkellos, ohne Allüren und voller Leichtigkeit... Er riss das Publikum beinahe von den Stühlen und zog es ausnahmslos in seinen Bann. Keiner konnte sich der faszinierenden Darbietung entziehen. Die Erwartungen des Publikums wurden überfüllt.

«Klaviervirtuose Vadim Chaimovich im Augustinum.
Von Bach zu Schubert - Nach der New Yorker Carnegie Hall gastiert der Litaue nun wieder in Bonn» (31.12.09)
Von Bach zu Schubert, ein solcher Übergang birgt Tücken: nicht jedoch für Vadim Chaimovich, der jetzt erneut Gast im Augustinum war. Der 1978 im litauischen Vilnius geborene Pianist, der dieses Jahr die Weihen der New Yorker Carnegie Hall empfangen hat, ist ein exzellenter Lyriker, dem es überzeugend gelingt, das poetische Potenzial aus Johann Sebastian Bachs zweiter Französischer Suite (BWV 813) hervorzukitzeln, ohne das Werk an den Manierismus zu verraten. Die Staccati der Courante oder Air wirken nicht unerbittlich gemeißelt, sondern werden mit sensibler Musikalität fast intim dem Flügel abgefordert, wobei Bachs metrische Vorstellungen durchaus Berücksichtigung finden.

Franz Schuberts B-Dur-Impromptu aus op. 142, Variationen eines sanglichen Themas, sie klingen hier wie geradlinige Meditationen, schnörkellos und absolut frei jeglicher geschmäcklerischer Romantizismen.

Zum Finale schließlich gab es Franz Liszt: Die mit Wagners "Tristan"-Motiv kokettierende "Loreley"-Paraphrase... und, als abschließendes Bravourstück, die Klaviertranskription des Mephisto-Walzers mit aberwitzig unterschwelliger Jazz-Attitüde.

«Brodelnder Vulkan» (4.4.2006)
...er spielt mit Leidenschaft und Hingabe und doch ist es die Ausgewogenheit zwischen Temperament und technischer Brillanz, zwischen erkennbarer Taktstrenge und gleichzeitigem Ausnutzen rhythmischer Spielräume, die seine Interpretation kennzeichnet. Höchste Präzision paart sich bei dem Litauer mit leidenschaftlicher Hingabe, einem sensiblen Anschlag und dem Willen zur individuellen Interpretation...

Ein bisschen ist Chaimovich wie ein brodelnder und ständig aktiver Vulkan, aus dem Musik mal in sanften Strömen hervordringt, mal in gefährlichen Explosionen hervorbricht, immer aber in leuchtenden Farben - ein beeindruckendes Schauspiel!

«Werke bis zum Bodensatz durchleuchtet:
Grandioser Klavierabend mit Vadim Chaimovich» (6.2.07)
Der studentenfahft wirkende 28-jährige litauische Pianist Vadim Chaimovich... gehört zur Generation jener Klavierartisten, die schon in sehr früher Kindheit mit der pianistischen Kultur in Kontakt kamen. Aus diesen Wurzeln hat er eine Ernsthaftigkeit und Kraft entwickelt, die weit über das Messbare und Vergleichbare hinausgeht. Mit diesem enormen künstlerischen Potenzial darf er es sogar wagen, den Rahmen des gemeinhin Populären und Gefälligen zu sprengen zugunsten von Klavierwerken, die man auf der einen Seite selten hört, auf der anderen Seite wegen ihrer eher sperrigen Aussage durch den Pianisten von innen her ausgedeutet werden müssen, damit sie ihren Charme entfalten...

...die mit stehenden Ovationen herausgeforderten zwei Zugaben des begeisterten Publikums waren Betthupferl der leichteren, gefälligen Art. Der Schlusssatz einer Mozartsonate, ein Allegretto geriet brillant zu einem Presto ohne dabei seinen Mozartschen Charme zu verlieren. Ein liedhaft dahinströmender Mendelssohn aus "Lieder ohne Worte" war der beruhigende und wohltuende lyrische Ausklang eines erinnerungswürdigen Klavierabends.

«Mit echter Empfindung gespielt» (20.3.04)
...der Star des Abends war dann Vadim Chaimovich, der 26-jährige litauische Pianist, der zur Zeit bei Prof. Peter Rösel in Dresden sein Aufbaustudium absolviert. Er wählte für seinen Klavierabend anspruchsvolle, seltener gespielte Literatur. Um es vorwegzunehmen: Chaimovich ist eine zu ganz großen Hoffnungen berechtigende junge Künstlerpersönlichkeit, die über eine profunde Technik verfügt, aber auch zu gestalten versteht. Er begann mit Josephs Haydn Sonate in As-Dur. Alles lief bei ihm traumwandlerisch sicher, wie ein Uhrwerk...

Vor der Pause brachte Chaimovich Robert Schumanns "Humoreske" op. 20, ein technisch äußerst schweres Stück aus acht ineinander überfließenden Teilen. Der Einleitung, mit echt Schumannscher Empfindung gespielt, folgte dann Gegensatz auf Gegensatz: Mal humorvoll keck, mal aggressiv, dann wieder innig, darauf dramatisch, um zwischenrein nachdenkliche Ruhepunkte poesievoll auszudeuten. Ein ausladendes Werk, das alles abfordert...

Nach der Pause spielte Chaimovich Franz Schuberts Sonate in A-Dur D 959. Auch hier dominierte der kraftvolle Einsatz. Aber er schuf Kontraste: frappierend virtuose Tonwiederholungen, absolute Griffsicherheit, daneben zauberhaft lyrische Piano-Stellen. Mit seinen akrobatisch wirkenden Händen und Fingern scheint er alles mühelos bewältigen zu können.

Das Publikum war begeistert. Es folgte eine Zugabe mit sehr viel Sinn für Farbgebung.

«Keine Note ist unwichtig:
Chaimovich in Herxheim» (12.10.04)
Wenn ein mehrfach ausgezeichneter Presiträger namhafter Klavierwettbewerbe einen Klavierabend gibt, dann sind mit Recht die Erwartungen sehr hoch. Vadim Chaimovich übertraf sie, er überzeugte auf sehr hohem Niveau, in der Villa Wieser Herxheim. Brillanz, Spannung und Verve kennzeichneten sein Spiel...

Vadim Chaimovich verfügt über eine reiche Palette an Klangfarben, vor allem über ein absolut sicheres technisches Rüstzeug. Dies erlaubte ihm auch, die ganze Raffinesse und Ironie des teuflisch schweren Mephisto-Walzers fulminant zur Geltung zu bringen...

Es war eindrucksvoll, diesen Künstler zu hören, das Spiel seiner Hände zu beobachten.

«Ausgefeilte Technik am Klavier:
Litauer Vadim Chaimovich spielt im Kloster Wenningsen» (17.1.05)
Im ausverkauften Konzertsaal hat der junge Litauer Vadim Chaimovich am Sonnabende eine exzellente Darbietung am Klavier mit Werken von Schubert und Rachmaninoff geboten. Bereits beim einleitenden Impromptu B-Dur... konnte Chaimovich die Bandbreite seines Könnens präsentieren: präzieser Anschlag, ausgefeilte Technik und gutes musikalisches Gespür.

Saubere Artikulation in Trillern und Punktierungen, die perlenden Läufe, kräftig gegriffene Akkorde...



«Virtuose Spielfreude» (2.11.04)
Erfahrung und jugendliche Spielfreude fügen sich bei Chaimovich zu einem stimmigen Gesamtbild. Franz Schuberts A-Dur-Sonate D. 959 etwa spielt er mit wunderbar zurückhaltendem Habitus - das Werk spricht für sich. Der Künstler ist praktisch nicht präsent, aller Raum gehört der Kunst.

Anders im zweiten Teil des Abends. Denn dieser ist geprägt von Chaimovichs überschwänglicher Virtuosität. Sergej Rachmaninoffs "six moments musicaux" erstrahlen als schillernde Klagperlen. Melancholisch, aber nie schwerfällig. Voller Leidenschaft und doch mit emotionalem Tiefgang. Und in Franz Liszts Ungarischer Rhapsodie bricht sich die unbeschwert-elegante Spielfreude des jungen Virtuosen vollends Bahn. Der Applaus ist frenetisch...

«Erwartungen übertroffen» (6.12.07)
Wenige Pianisten widmen sich den frühen Sonaten von Haydn, und wenn doch, werden sie meist als gelegentlich drollige Petitessen behandelt. Vadim Chaimovich begann seine Klaviersoirée auf der Weitenburg mit Haydns früher G-Dur Sonate. Er legte ihren unter der eingängigen Oberfläche liegenden Facettenreichtum offen, dabei immer klar und zielbewusst phrasierend und die musikalischen Gehalte durch enorm vielfältige agogische Finessen verdeutlichend. Ein seltenes Kunststück gelang ihm: Er machte sich nie einer stilwidrigen Übertreibung schuldig. Und doch erlag sein Vortrag an keiner Stelle der enervierenden Starrheit des Musizierens à la „historische Aufführungspraxis“.

Atemberaubend spannend gelang ihm die Darstellung von Mozarts c-moll Sonate. Chaimovich verzichtete auf die Wiederholung [...] der Durchführung, deren ungeheuer dicht gearbeitete Textur er subtil, konzentriert und leidenschaftlich darstellte.

Je zwei mit Bedacht ausgewählte und hinreißend interpretierte Mazurken (aus Opus 7) und Nocturnes (aus Opus 9) von Chopin leiteten über zum „Virtuoso“-Teil des Programms. Seine Freude an artistisch-pianistischer Bravour hatte Chaimovich zuvor gezügelt; dennoch war sie etwa im Vierundsechzigstel-Brausen der c-moll Sonate Mozarts schon angeklungen.
Die außergewöhnliche Fähigkeit des knapp dreißigjährigen, mit vielen bedeutenden Preisen ausgezeichneten Künstlers zu Rasanz und Präzision wurde in den irrwitzigen Czerny-Variationen zum „Sehnsuchtswalzer“ Schuberts deutlich, am Ende in drei „Preludes“ von Rachmaninoff.

Gastgeber Max-Richard Freiherr von Rassler junior hatte den Pianisten als „Ausnahme-Künstler“ angekündigt. Vadim Chaimovich hat die hochgespannten Erwartungen übertroffen.

«Mit Leidenschaft am Flügel» (14.01.08)
Schwärmerisch, leidenschaftlich, schicksalhaft - das Stimmungsspektrum der Klangkunstwerke, mit denen Vadim Chaimovich [...] die Zuhörer bezauberte, war breit... Sein Auftritt riss zu komentaren wie "der muss vier Hände haben" hin. Fünf Mal rief ihn der Applaus auf die Bühne zurück. Er dankte mit Zugaben.

So hörenswert die sorgfältig ausgewählten Kompositionen waren, so leidenschaftlich musikalisch, dabei aber höchst diszipliniert, war das Spiel.

Chaimovich ging die Sonate KV 457 von Mozart mit leidenschaftlicher Spannung an, leitete im Adagio in eine filigrane zartdynamische Gefühlswelt über und griff im Schlusssatz auf den Charakter des konfliktgeladenen ersten Satzes zurück.

Die „Variationen“ über Franz Schuberts (1797-1828) berühmtesten Walzer, den „Sehnsuchtswalzer“, wahre Kostbarkeit Schubertischen Einfallsreichtum, gepaart mit Czernys musikalischer, mitunter akrobatischer Erfindungskraft, und dazu Chaimovichs Fingerfertigkeit löste einen fulminanten Beifall aus.

Drei satztechnisch anspruchsvolle Prèludes aus op.32 und op.23 [von Rachmaninov] standen auf dem Programm. Der Solist interpretierte sie mit erlesener Klangwelt. Die rastlosen Finger der rechten Hand reihten in Nr.12 gis-Moll die Töne zu einer glitzernden Perlenschnur, während die linke Hand in Nr.5 G-Dur mit scheinbarer Schwerelosigkeit lichte Aquarellfarben malte. Ganz anders begann Nr.7 c-Moll. Den raschen stürmischen Figuren der Anfangstakte folgten farbenprächtige Harmonieumschwünge, nachdenkliche, schwer gewichtige Akzente setzend... Mit einem vierfachen Forte setzte Chaimovich den Schluss- und Höhepunkt des Abends und löste damit im Saal einen packenden Beifall aus. Nachdem die Spannung sich zumindest etwas gelöst hatte, ließ der Künstler den Abend mit zwei Zugaben von Mozart und Chopin feierlich ausklingen.

«Mozart, Ungarn und die Niederlausitz» (14.11.06)
Den Rahmen [des Konzertes] bildeten zwei Mozart-Klavierkonzerte, die der Dirigent Milko Kersten in der von Mozart selbst ausdrücklich vorgesehenen Fassung mit Streichorchester aufführte...

Was Vadim Chaimovich im Konzert C-Dur KV 415 an Nuancen, Fluss und Lebendigkeit zeigte, war eine kleine Sensation. Chaimovich musizierte auf den Punkt genau, zeigte eigenwillige, aber schlüssige Kadenzen und demonstrierte einen durchweg perlenden, klangintensiven Anschlag - das Zuhören wurde so zum reinen Vergnügen...

«Bescheidenheit und Bravour:
Vadim Chaimovich spielte in Schlitz» (4.8.06)
Seine pianistische Brillanz steht ganz im Dienste der Werke, feinfühlige Bescheidenheit kennzeichnet seine außergewöhnliche Interpretationskunst...

Als Einstieg wählte er Mozarts 10. Klaviersonate in C KV 330. Frisch und mit perlender Leichtigkeit gestaltete er die Ecksätze, wobei seine feinfühlige Gestaltung vor allem in den ganz leichten Rubati deutlich wurde. Den rührenden Abgesang des Andantes wird man gern in Erinnerung behalten...

«Gefühlvoll bis zum wuchtigen Finale» (28.8.07)
Gleich das erste Konzert der Musikalischen Gesellschaft in der neuen Spielzeit begeisterte die Zuhörer...

Freunden anspruchsvoller Klaviermusik wurde bei dem Konzert einiges geboten. Das Spiel des 29-jährigen Pianisten war leichthändig und gefühlvoll und zugleich intensiv und voller Dramatik.

Stürmisches Temperament und pointiertes Spiel

Chaimovich brachte das stürmische Temperament und den an die Rokokozeit erinnernden Hauptteil der Sonate c-moll KV 457 von Mozart eindrucksvoll zur Geltung. Düster-rasante Passagen wurden von zierlich-leichten Abschnitten kontrastiert...
Die Zuhörer ließen sich ganz von der intensiven Musik gefangen nehmen. Chaimovich... begeisterte das Publikum mit seinem gefühlvollen und pointierten Spiel. Für den kräftigen Applaus bedankte sich der Pianist mit zwei Zugaben.

«Klangwelten von Melancholie:
Pianist Vadim Chaimovich begeisterte das Publikum» (11.2.03)
In Schloss Hirschberg legte [Vadim Chaimovich] einen Klavierabend hin, an dem er nicht nur mit einem technisch extrem anspruchsvollen Programm glänzte, sondern auch die teils sehr bekannte Stücke spannend gestaltete.

Seinem Chopin spendete Chaimovich reichlich Pedal, aber er ging damit so meisterhaft um, dass sich statt unangenehm dicklichen Klangwirkungen weiche und zart farbige Schleier ergaben. Sei es in den beiden Moll-Balladen oder den ersten beiden Nocturnes aus Op. 15: Die träumerisch, langsam und verhalten genommenen lyrisch-melodischen Teile strömten atmende Ruhe aus. Hier dachte man nicht mehr an so profane Dinge wie Anschlag, Klangkultur und Phrasierung, sondern spazierte durch nebelverhangene Parklandschaften, blickte melancholisch auf herbstlich gefärbte Bäume und freute sich an der Wärme der mild leuchtenden Melodien... Das begeisterte Publikum konnte davon gar nicht genug bekommen...

«Begeisterungsstürme für jungen Pianisten» (30.7.07)
Chaimovich ist ein sehr vielseitiger Pianist, wie sein abwechslungsreiches Programm im Rittersaal offenbarte. Zunächst erstaunten sein energischer, sicherer Anschlag und seine sparsam eingesetzte Pedaltechnik, die seinem Spiel viel Klarheit verleihen. Das fiel bereits zu Beginn auf, als Chaimovich die selten gespielte, noch an der Barockmusik orientierte Haydn-Sonate G-Dur Hob. XVI:6 vortrug, die nur scheinbar ein reines Einspielstück ist. Sehr transparent, nuanciert und dynamisch differenziert war seine Interpretation.
Mozarts eruptive Sonate c-Moll KV 457 fand bei dem jungen Künstler eine starke Ausdrucksverdichtung. In Chopins Mazurken op. 7 Nr.2 a-Moll und Nr. 3 f-Moll dominierten der stampfende Rhythmus und der Stimmungswechsel zwischen Wehmut und Lebenslust, während Chaimovich den ariosen Inhalt der Nocturnes op. 9 Nr.1 b-Moll und Nr. 3 H-Dur mit expressivem Gefühl, jedoch ohne überbetonte Sentimentalität formulierte. Mit tänzerischem Elan und sehr leichter Hand trug er die Grazer Walzer D 924 von Franz Schubert vor. Und er erntete Begeisterungsstürme mit der effektvoll virtuosen Wiedergabe der Variationen über Franz Schuberts Sehnsuchtswalzer von Karl Czerny - mit den atemlosen Tempi und rasanten Läufen ein wirkungsvoller Schluss eines bemerkenswerten Abends.

«Tastenkünstler bringt Klaviermusik zum Glitzern» (18.5.04)
Zum Eindruckmachen eignet sich Liszts Klaviermusik hervorragend - vorausgesetzt, es hat einen Musiker, der sie entsprechende vorträgt. Vadim Chaimovich... machte schwer Eindruck auf sein Publikum, das zweimal den Kreuzgang im Dominikanerkloster füllte.

Schon im ersten Teil geizte das Publikum nicht mit Bravorufen... Das versonnene Petrarca-Sonett Nr. 104 bildete den Auftakt zu einem Block mit gerne gehörten Liszt-Stücken. In ungekünstelten Phrasen vorgetragen, klang es so anrührend sacht aus, dass niemand zu applaudieren wagte...

Der Liszt war aber nicht das Einzige, was Anlass zum Schwärmen gab... In Sachen Lebendigkeit und Klangfarbe brachte der litauische Tastenkünstler die Sonate Hob. XVI:46 von Haydn aber nicht weniger zum Glitzern, was ihm mit ansprechenden... Tempi und ideenreichen, aber nicht übertriebenen Phrasierungen vorzüglich gelang.

In der A-Dur-Sonate D 959 von Schubert kehrte es dann wieder: jenes umsichtige Anschlagsgefühl, das mit einer wohldosierten Pedalierung die Sonate zu einer so herzzerreißenden Wehklage werden ließ, dass das frisch geträllerte Scherzo noch einen wehmütigen Geschmack behielt. Die Stimmführungen schnitzte Chaimovich so edel heraus, dass man sich gar nich mühen musste, den grandiosen sinfonischen Charakter der Komposition zu erlauschen. Seine satten, gleichmäßigen Akkorde harmonierten unwiderstehlich mit dem vollen Klang des Flügels...

«Im Sturm alle Zuhörer erobert» (13.8.04)
[Vadim Chaimovich] riss das Publikum am Sonnabend im Kloster-Sommer-Konzert zu lautstarken Ovationen hin. Was hier zu hören war, ist wahrhaft nicht alltäglich...

Vadim Chaimovich hatte die Festung kundiges Publikum mit einer Sturmattacke genommen. Mit der faszinierenden Klarheit und Tiefe seines Spiels, einer erstaunlichen Reife für die Schwermut Schuberts, mit Kaskaden an perlenden Läufen und einer unwiderstehlichen Welle an Klanggewalt...

Nach fast zwei Stunden sah man einen erschöpften, aber glücklichen Solisten und ein Publikum voller Staunen über so viel Musikalität.

«L'harmonie de la Paix se conjugue a l'excellence» (27.5.02)
Puis, Vadim Chaimovich a conféré son point d'orgue à la soirée. Fougueux, inventif, fin coloriste, le pianiste a livré une lecture admirable de trois oeuvres de Franz Liszt, "La Rhapsodie espagnole", le "Sonnet 104 del Pétrarque" et la diabolique "Valse de Mephisto". Difficile d'être plus proche de l'idée que l'on se fait de la perfection! Une révélation qui a suscité un tollé d'applaudissements...